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„Erde zu Erde...“ Drucken E-Mail
Samstag, 15. November 2008
Podiumsgespräch über Wandel bei der Bestattung
Sto/Porta Westfalica. Zum Abschluss der Vortragsreihe der Evangelischen Kirchengemeinden Porta Westfalica über den in Kirche und Gesellschaft vorgegangenen Wandel in der Kultur der Bestattung lenkte eine von Hartmut Peltz (Evangelische Erwachsenenbildung) geleitete Podiumsdiskussion im Ferdinand-Huhold-Haus das Augenmerk auf die Verhältnisse vor Ort.

„Die Feuerbestattung hat in den letzten Jahren erheblich zugenommen“, berichtete Bestatter Markus Sill aus Petershagen. Er bestätigte auch die von Vertretern der Kirche wahrgenommene Tendenz zur Individualisierung der Trauerfeier, die häufiger nur im privaten Rahmen und weniger unter Anteilnahme der Gemeinde, oft auch in einer Trauerhalle des Bestattungsinstituts oder im Krematorium stattfinde.

Über den anhaltenden Trend zur Feuerbestattung berichtete auch Stefan Mohme, technischer Beigeordneter der Stadt Porta Westfalica. Die Kommune habe sich in der Vergangenheit von mehreren Friedhofskapellen getrennt und diese an Bestatter abgegeben. Die überwiegende Zahl der Friedhöfe in Porta Westfalica befinde sich in kirchlicher Trägerschaft. Wo keine Friedhofskapelle vorhanden sei, finde die Trauerfeier inzwischen in der Kirche statt.

Einen Wandel in der musikalischen Gestaltung der Trauerfeier verzeichnete Helmut Diekmann, Kirchenmusiker aus Porta Westfalica-Veltheim. Die Wünsche von Trauernden richteten sich in vielen Fällen auf die Wiedergabe von Lieblingsstücken des Verstorbenen oder auf eine Auswahl beliebter Stücke wie verschiedener Versionen des „Ave Maria“. Er bemühe sich allerdings, choralgebundene Stücke zu spielen. Dabei sei er allerdings nicht sicher, ob die Choralmelodie von den Besuchern der Trauerfeier in ihrem Charakter erkannt würde, denn viele Menschen würden die Choräle nicht kennen und sie daher auch nur in den seltensten Fällen mitsingen können.

„Die Einführung des Bestattungsgesetzes im Land Nordrhein-Westfalen im Jahr 2003 hat große Herauforderungen für die Träger von Friedhöfen mit sich gebracht“, berichtete Paul Rosenbaum, Leiter der Friedhofsabteilung im Kreiskirchenamt Bad Oeynhausen. Er sehe seine Aufgabe sieht er unter anderem darin, danach zu sehen, dass die Friedhöfe in den Elementen ihrer Gestaltung die christliche Botschaft vermittelten. Aus diesem Grund habe der Kirchenkreis und der Friedhofsverband in den vergangenen Jahren sehr viel in die Renovierung und Gestaltung der Kapellen investiert. Ein am Wohnort gelegener Friedhof sei ein würdiger Ort für die Bewältigung der Trauer.

Die Begleitung der Verstorbenen auf ihrem letzten Weg durch die Gemeinde bezeichnete Pfarrer Michael Czylwik als wichtige Aufgabe der Kirche. Es sei wichtig, dabei auf die Grundlagen der christlichen Botschaft vom Kreuzestod Jesu und seiner Auferstehung zu vermitteln. „Die Aussegnung des Verstorbenen, wenn er das Sterbehaus verlässt, ist eigentlich ebenso wichtig wie das seelsorgerliche Gespräch im geschützten Raum“, so der Theologe.

Bild:
Sie diskutierten zum Thema Bestattungskultur: (von links) Stefan Mohme, technischer Beigeordneter der Stadt Porta Westfalica, Helmut Diekmann, Kirchenmusiker aus Porta Westfalica- Veltheim, Helmut Diekmann, Kirchenmusiker aus Porta Westfalica- Veltheim, Paul Rosenbaum, Leiter der Friedhofsabteilung im Kreiskirchenamt Bad Oeynhausen, Hartmut Peltz, (Erwachsenenbildung im Kirchenkreis Vlotho), Pfarrer Michael Czylwik und Markus Sill (Bestatter aus Petershagen). Foto: Monika Stockhausen

 


Siehe auch:

  1. Den Tod begreifen lernen
  2. „Unsere Toten in Gottes Hand“
  3. Kultur der Bestattung
  4. Gibt es bald noch Friedhöfe?
  5. „Wohin mit den Toten?“
 
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