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Montag, 3. November 2008 |
Dr. Barbara Happe aus Jena zu Gast in Holzhausen Sto/Porta Westfalica. Über den Wandel in der Kultur der Bestattung berichtete die Kulturwissenschaftlerin Dr. Barbara Happe im Rahmen einer Vortragsreihe in den evangelischen Kirchengemeinden von Porta Westfalica im gut besuchten Gemeindehaus Holzhausen.
Im vergangenen Jahrhundert habe es auf diesem Gebiet tief greifende Veränderungen gegeben, so die Referentin. Ausgehend von Beispielen der Grab- und Denkmalsgestaltung im Deutschland der Gründerzeit zeigte sie die Entwicklung über Friedhofsanlagen mit einer vereinheitlichten Gestaltung bis zu den „anonymen“ Formen der Bestattung.
Die zeichenlose Form der Bestattung habe zunehmend in den Siebziger- und Achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts immer mehr Verbreitung gefunden: So hätten sehr viele kommunale Friedhöfe zunehmend große Rasenflächen für die Bestattung ohne Denkmal zur Verfügung gestellt. Als Gründe für die Zunahme dieser Bestattungsform nannte die Referentin die veränderten gesellschaftlichen Lebensbedingungen der Menschen. „40 Prozent aller Menschen in Deutschland leben derzeit in Ein-Personen-Haushalten, die Kinder leben weiter entfernt von den Eltern. Viele Menschen wissen nicht, wer ihre Grabstätte pflegen werde und so entscheiden sie sich für die zeichenlose Bestattung“, berichtete Barbara Happe. In der DDR sei die Besetzung in zeichenlosen Gräbern vom Staat gefördert worden. Als Beispiel für das Verlassen des traditionellen Friedhofs als Ort der Erinnerung an die Toten nannte die Referentin die Seebestattung und den Friedwald, wo Urnen unter einem Baum beigesetzt werden. Die Referentin zeigte auch Beispiele, wie Künstler auf den Gemeinschaftsgrabfeldern durch unterschiedlich gestaltete Denkmäler mit Inschriften die Erinnerung an die Namen der Verstorbenen vermitteln. Am nächsten Vortragabend dieser Reihe soll es am Mittwoch, 5. November, um 19.30 Uhr im Gemeindehaus Porta Westfalica-Eisbergen um christliche Aspekte des Umganges mit den Toten gehen. Unter dem Titel „Siehe, ich mache alles neu“ steht der Vortrag von Professor Dr. Kristian Fechtner vom Seminar für praktische Theologie aus Mainz.
Siehe auch:
- Den Tod begreifen lernen
- „Erde zu Erde...“
- „Unsere Toten in Gottes Hand“
- Gibt es bald noch Friedhöfe?
- „Wohin mit den Toten?“
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