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„Wohin mit den Toten?“ Drucken E-Mail
Samstag, 11. Oktober 2008
Vier Vorträge zum Wandel der Bestattungskultur
Sto/Porta Westfalica. Die Frage „Wohin mit den Toten“ steht im Zentrum einer Vortragsreihe zum Thema Bestattungskultur, zu der die Evangelische Erwachsenenbildung im Kirchenkreis Vlotho und mehrere Kirchengemeinden im Bereich Porta Westfalica und Holtrup einladen. Wohin mit den Toten? Auch in früheren Zeiten waren die Antworten auf diese Frage nicht eindeutig.

Die griechische und, ihr nachfolgend, die römische Antike kannten die Feuerbestattung. Das Judentum pflegte die Erdbestattung im Land der Väter – in Erez Isra­el. Das Christentum folgte der jüdischen Tradition und setzte die Erdbestattung auch in Europa durch. Im vorreformatorischen Mittelalter wurde auf den Kirchhöfen, zuweilen in der Kirche selbst, „bei den Heiligen“ beerdigt. Die Reformation begünstigte die Beerdigung auf Friedhöfen außerhalb der Stadt. Der erhebliche Mobilitätszuwachs und geistige Umbrüche haben die Bestattungskultur heutzutage nochmals gründlich verändert. Die klassische Beerdigung wird zwar noch überwie­gend gepflegt, aber andere Formen sind ihr zur Seite getreten: Rasengräber, der Friedwald, zunehmend die Feuerbestattung mit den unterschiedlichsten Mög­lichkeiten der Urnenbeisetzung, die Seebestattung, in anderen Ländern auch die Ascheverstreuung über das Land. Statt Grabplatte mit Namen sind inzwischen im Internet virtuelle Gedenkseiten zu finden. Kirchen werden zu Kolumbarien umgebaut. Eine aufwendige Grabpflege für einen längeren Zeitraum scheint vie­len Menschen nicht mehr möglich.

Wohin mit den Toten?

Der erste der Vorträge trägt den Titel: Gibt es morgen noch Friedhöfe? - Wandlungen in der Bestattungskultur von der Reformation bis zur Gegenwart. Er findet statt am Mittwoch, 15. Oktober, im Ev. Gemeindehaus Holtrup, Schmalenbachweg 5. Der Referent ist Professor Dr. Norbert Fischer, Sozial- und Kulturhistoriker aus Köln.

„Vom Winde verweht - Vom Verstreuen der Asche und weiteren Beisetzungsalternativen“ – heißt das Thema des zweiten Vortrags, der am Mittwoch, 29. Oktober Ev.Gemeindehaus Holzhausen, Gänsemarkt 7, stattfindet. Referentin ist Dr. Barbara Happe, Kulturwissenschaftlerin aus Jena.

Christliche Aspekte des Umganges mit Toten stehen im Zentrum des dritten Abends unter dem Titel „Siehe, ich mache alles neu“. Dieser Vortrag findet statt am

Mittwoch, 5. November, im Ev. Gemeindehaus Eisbergen, Hildburgstr.15

Der Referent ist Professor Dr. Kristian Fechtner vom Seminar für praktische Theologie, Mainz.

 

Den Abschluss bildet am Mittwoch, 12. November, eine Podiumsdiskussion unter dem Titel „Erde zur Erde, Asche zu Asche…“ - Zur Erneuerung der evangelischen Bestattung . Diese Diskussion findet im Ferdinand Huhold-Haus, Hausberge, Kirchsiek 7statt. Es diskutieren: Markus Sill Bestatter, Petershagen, Stefan Mohme Technischer Beigeordneter

der Stadt Porta Westfalica, Helmut Diekmann Kirchenmusiker, Veltheim, Paul Rosenbaum Friedhofsverband Bad Oeynhausen Michael Czylwik Pfarrer in Holtrup. Moderation: Hartmut Peltz Evangelische Erwachsenenbildung. Alle Vorträge beginnen um 19.30 Uhr.

Siehe auch:

  1. Den Tod begreifen lernen
  2. „Erde zu Erde...“
  3. „Unsere Toten in Gottes Hand“
  4. Kultur der Bestattung
  5. Gibt es bald noch Friedhöfe?
 
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