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Vier Notfallseelsorger in Exter eingeführt Drucken E-Mail
Dienstag, 12. Februar 2008
Autobahnkirche Exter
Sto/Vlotho. In den zusätzlichen Dienst als Notfallseelsorgerinnen und Notfallseelsorger sind in einem festlichen Gottesdienst in der Ev. Autobahnkirche Exter die Diakoninnen Kathrin Bockel und Ute Neumann sowie die Pfarrer Christoph Otminghaus und Matthias Mengel durch Superintendent Andreas Huneke eingeführt worden.

An dem Gottesdienst, dessen liturgischer Rahmen durch Pfarrer Ralf Steiner, dem synodalen Beauftragten für Notfallseelsorge im Ev. Kirchenkreis Vlotho gestaltet wurde, nahmen auch hochrangige Vertreter der Feuerwehr und der Polizei wie der Leiter der Feuerwehr Vlotho Torsten Sievering und der Leitende Polizeidirektor Andreas Krumrey vom Polizeipräsidium Bielefeld teil.

Kathrin Bockel
(32 Jahre) Diakonin in der Evangelischen Stiftung Wittekindshof: „Ich arbeite in der Betreuung von Menschen mit geistiger Behinderung und bin durch meine Freundin und Kollegin Ute Neumann auf diese Aufgabe aufmerksam gemacht worden. Ich hatte bisher noch keinen Einsatz, an meinen freien Wochenenden werde ich die Rufbereitschaft übernehmen“.

Ute Neumann (43 Jahre), Diakonin in der Evangelischen Stiftung Wittekindshof: „Ich betreue in der „Kinderheimat“ Kinder und Jugendliche mit geistiger Behinderung. Gleich in der ersten Woche, in der ich im Team der Notfallseelsorge war, hatte ich zwei dicke Einsätze. Ich denke, Frauen können sich besser einfühlen, vor allem wenn die betroffenen Opfer (oder deren Angehörige) Frauen oder Kinder sind“.
Christoph Otminghaus (40 Jahre) Pfarrer in Bad Oeynhausen (Kirchengemeinde Eidinghausen): „Ich finde es wichtig, dass die Rettungskräfte Feuerwehr und Polizei durch uns unterstützt werden. Seit eineinhalb Jahren bin ich im Team der Notfallseelsorge. Ich habe dabei schon oft die Erfahrung gemacht, dass die Rettungskräfte sehr froh sind, wenn wir den von einem Unfall Betroffenen oder dessen Angehörige seelisch betreuen können.“
Matthias Mengel (45 Jahre) Pfarrer in Bad Oeynhausen (Wicherngemeinde): Da in unserer Gemeinde zwei Pfarrer sind, kann ich gut bei der Notfallseelsorge mitmachen. Ich bin seit August 2005 dabei. Es ist wichtig, dass der Kreis der Mitarbeitenden nicht zu klein ist und die Aufgaben auf viele Personen verteilt werden können. Da unsere Kinder jetzt schon größer sind, wird das Familienleben durch einen Notfalleinsatz auch nicht so sehr durcheinandergebracht“.

„Wer sich in der Notfallseelsorge engagiert, handelt gegen den Zeitgeist“, stellte Superintendent Andreas Huneke in seiner Predigt fest. „Wenn, wie in der vergangenen Woche geschehen, zwei Notrufe innerhalb von zwei Minuten eingehen, treffen die Notfallseelsorger ebenso zuverlässig wie die Rettungsdienste am Unfallort ein. Sie werden oft mit schrecklichem Geschehen konfrontiert wie etwa mit grausamem Unfalltod, oder mit einem Selbstmord vor den Augen von Passanten, die nur auf einen Zug warteten“.

Große Beteiligung
Die Hinwendung zu Gott und das Vertrauen auf Gott seien das, was einen Menschen in einer solchen Situation trage, meinte der leitende Theologe des Kirchenkreises im Blick auf den 90. Psalm, der seiner Predigt zugrunde lag. Huneke dankte ganz besonders den vier neuen Notfallseelsorgern, die das Team der jetzt 12 Mitarbeitenden im Kirchenkreis Vlotho verstärken. Die Mitarbeitenden der Notfallseelsorge werden von der Feuerwehr, Polizei oder Rettungsdienst bei Unfällen oder plötzlichen Todesfällen gerufen. Sie stehen den Betroffenen oder deren Angehörigen in diesen Situationen bei.

Für diesen Dienst werden die Seelsorger und Seelsorgerinnen besonders ausgebildet. Sie werden auf Einsatzsituationen wie Suizid, plötzlicher Säuglingstod oder Unfall geschult und erhalten das nötige theologische und psychologische Rüstzeug. Regelmäßige Gruppensupervisionen zur Einsatznachbesprechung und zur Klärung grundsätzlicher Fragen sind verpflichtend: „Nur wer für sich selber sorgt, kann auch anderen helfen!“ meint Ralf Steiner als Leiter des gut funktionierenden Teams.


Siehe auch:

  1. Ein Fest mit den Helfern an der Autobahn
  2. Umgang mit Suizid
  3. Denkmal für Opfer im Straßenverkehr
  4. Notfallseelsorge
 
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