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Volkstrauertag Drucken E-Mail
Samstag, 18 November 2006
Kollwitz Museum, Berlin
Käthe Kollwitz, 1923
RL/Bad Oeynhausen. Der Volkstrauertag ist kein kirchlicher Feiertag und doch ist es eine gute Tradition, dass die Kirchen an diesem Tag beteiligt sind. Auch im Bereich des Kirchenkreises Vlotho sind Kirchengemeinden bei den Gedenkfeiern dabei.

Es ist ein Erinnern an die Opfer der beiden Weltkriege und gleichzeitig ein Tag der Mahnung zum Frieden. Es wird die Erinnerung an das Leid der Kriege wach gehalten. Aus ihr erwächst die Verpflichtung, heute alles Menschenmögliche zu tun, damit Krieg und Gewalt überwunden werden – für eine Zukunft in Frieden und Gerechtigkeit. Im ganzen Land beten Christen in diesen Tagen für den Frieden.

In diesem Jahr schlägt der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge vor, im Gedenken auch einen Schwerpunkt auf die Hinterbliebenen zu legen. So wird in der zentralen Veranstaltung im Deutschen Bundestag aus dem Buch von Arno Surminski: "Vaterland ohne Väter" zitiert werden:

„Als der Kessel von Charkow sich mit Blut füllte, begann ich zu leben. Und keiner wusste davon. Zwölf Nächte nur, dann trennte der Krieg meine Eltern und führte sie nie mehr zusammen. Übrig geblieben bin nur ich. So verliefen Ehen in Zeiten des Krieges, und so endeten sie. [...] Wann wurde ich zum ersten Mal erwähnt? Den Brief, in dem meine Mutter es ihm geschrieben hat, gibt es nicht mehr. Auch seine Antwort fehlt. Hat er sich gefreut oder war ich ihm gleichgültig? Mein Vater wollte erst ein Kind, wenn Frieden ist; aber solange konnte ich nicht warten.“ (Alle zitierten Passagen finden Sie hier).

EKD Bischof Wolfgang Huber geht in seinem Geleitwort zum Volkstrauertag auf die „eigene Logik der Gewalt“ ein und fragt, ob die Rede vom „gerechten Frieden“ tragfähig ist. „Wer vom „gerechten Frieden“ spricht, hält daran fest, dass auch in solchen Situationen nicht das Recht des Stärkeren, sondern die Stärke des Rechts zur Geltung kommen muss. Die Rede vom „gerechten Frieden“ meint darüber hinaus einen Frieden, der den Bedingungen der Gerechtigkeit genügt.“


Siehe auch:

  1. Ein Kämpfer für eine menschlichere Welt
  2. Rupert Neudeck zu Gast in Bad Oeynhausen
  3. 60 Jahre Menschenrechte und Grundgesetz
  4. „Frieden riskieren“
  5. Wo bleibt die Menschenwürde?
  6. Ökumenische Friedensdekade mit Andachten
  7. Gewalt-Deeskalation
  8. „Und raus bist du“
  9. Bericht aus einer Krisenregion
  10. Krieg gegen den Iran?