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Der Sinn unseres Lebens Drucken E-Mail
Montag, 30. Oktober 2006
Bü/Vlotho. Am 31. Oktober begehen evangelische Christinnen und Christen den Reformationstag. Martin Luther soll am 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen zu Ablass und Buße an die Tür der Wittenberger Schlosskirche geschlagen haben.

Er wollte damit eine Fachdiskussion unter den Gelehrten seiner Zeit bewirken. Doch dieser Thesenanschlag wurde der Beginn einer reformatorischen Bewegung, an der Martin Luther durch seine Schriften und Predigten und durch die Übersetzung der Heiligen Schrift ins Deutsche selber maßgeblich Anteil hatte. Gedanken zum Reformationstag von Pfr. Hartmut Bückendorf:

Martin Luther ging es nicht um die Spaltung seiner katholischen Kirche, sondern um die Erneuerung des christlichen Glaubens durch die gute Botschaft von Jesus Christus: „dass Gott uns liebt, ist der Sinn unseres Lebens.“ Mit unglaublicher Energie und Verstand und unter Einsatz seines Lebens hat sich Martin Luther für diese christliche Botschaft und für die Erneuerung des christlichen Glaubens eingesetzt.

Wer ist Jesus Christus für mich? Warum kann ich sicher sein, dass er mich annimmt? Was bedeutet christliche Freiheit? Dass ein Christ im Glauben und in seinem Gewissen frei und niemandem untertan ist, sehen wir heute vielleicht als Selbstverständlichkeit an. Dass diese christliche Freiheit aber auch die Nächstenliebe und meinen Einsatz zum Wohl meines Nächsten mit einbezieht, darauf hat Luther unmissverständlich hingewiesen. Diese Bedeutung von christlicher Freiheit wird heute leicht übersehen.

Was bedeutet es für meinen Glauben, dass Gott einen Menschen nicht nach seiner Leistung bewertet und ihn auch nicht nach seinen Fehlern und seiner Schuld beurteilt? Das war für Luther selbst eine wichtige Erkenntnis in seinem Ringen um den gnädigen Gott. Der Umgang mit Schuld bleibt auch für uns heute eine Herausforderung. Wie gehen wir mit dem Fehlverhalten unserer Mitmenschen um? Wie mit eigener Schuld ? Wie unbarmherzig werden Menschen in der Politik und in den Medien „fertig gemacht“. Wo gibt es positive Beispiele dafür, dass Vergebung und Neuanfang möglich sind. Die Auseinandersetzung mit Luthers Antworten auf der Grundlage der Heiligen Schrift hilft, das Gewissen zu schärfen und eigene Antworten zu finden.

Der Reformationstag bietet eine gute Gelegenheit zu evangelischer Neubesinnung. Wenn die Mitte des Glaubens nicht mehr klar ist und nicht mehr gelebt wird, helfen dem Einzelnen wie der Gemeinschaft der Christen, der Kirche, keine besseren Strukturen und auch kein Geld. Martin Luthers Erkenntnis, dass allein die Heilige Schrift, allein Jesus Christus, allein die Gnade und der Glaube das Fundament der evangelischen Kirche ist, gilt es auch heute umzusetzen.

Im Zentrum evangelischen Glaubens steht kein System von Normen und Werten, sondern die Vertrauensbeziehung zu Jesus Christus. „Dass Gott uns liebt, ist der Sinn unseres Lebens.“


Siehe auch:

  1. Luther 525
  2. Interessante Reise in die Vergangenheit
 
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