Mitreißendes Abschlusskonzert des Internationalen Chorprojekts AB/Bad Oeynhausen. Das „Internationale Chorprojekt 2010“ präsentierte unter dem Motto „We are marching in the light of God“ am Sonntag eine akustische Reise von Bad Oeynhausen über Tansania nach Indonesien. Singend vereint, begeisterte der ökumenische Chor aus 45 Sängerinnen und Sänger der umliegenden Kirchenkreise Minden, Lübbecke, Herford und Vlotho mit ihren Partnerkirchenkreisen aus Indonesien und Tansania in der Auferstehungskirche.
„Singend bringen sie uns Gottes Licht“ erklärte Superintendent Andreas Huneke eingangs. Und er sollte Recht behalten. Das Repertoire aus eigens komponierten und traditionellen Liedern ergriffen die Besucher und berührten die Seelen. Die bis auf den letzten Platz besetzte Auferstehungskirche wurde zu einer bunten internationalen Bühne, in deren Mitte das Wort Gottes stand. Singend und tanzend erzählten die Christen aus Ostwestfalen, Tansania und Indonesien von ihren Traditionen und alltäglichen Geschichten des Lebens. Ganz automatisch klatschten und schnippten die Besucher im swingenden Rhythmus mit oder wogen sich im Takt der Musik. Niemand konnte sich der energievollen Musik, den spirituellen Melodien, der Sangesfreude, der Botschaft und ihrem Ausdruck entziehen.
Es war in erster Linie die so schnell gewachsene Gemeinschaft der drei Kontinente, die mit einer gemeinsamen Stimme Spaß und Begeisterung an Neuem zu Ausdruck brachte. „Wir sind stolz, hier zu sein und an dem Workshop teilgenommen zu haben. Wir haben jetzt neue Freunde aus Indonesien und Deutschland gewonnen. Es ist unser Anliegen, eine Einheit unter den Menschen zu schaffen. Denn Einheit schafft etwas, das Rassismus und Feindseligkeit überwindet“, so ein tansanischer Sänger, bevor er ein Lied über „Einheit unter den Menschen“ anstimmte. Der Glaube verbindet Das Programm haben die stimmgewaltigen Christen während eines zweiwöchigen länderübergreifenden Workshops in der Jugendherberge Hausberge zusammengestellt und erprobt. Dort bewiesen die Teilnehmer nicht nur ihre Gesangskunst, sondern vermittelten sich gegenseitig ihre Musikauffassungen und Traditionen. „Das Konzert zeigt auch die jeweils eigene Farbe des Chors. Aber deutlich wurde, dass es gerade der Glaube ist, der uns verbindet. Fremdes ist nach dieser Begegnung weniger fremd, die verschiedenen Kulturen bereichern sich“, sagte Dr. Christian Hohmann, Regionalpfarrer für Mission, Ökumene und Weltverantwortung (MöWe). Er hatte gemeinsam mit Pfarrer Hartmut Birkelbach, Kulturreferat des Kirchenkreises Vlotho, dem örtlichen Kreiskantor Harald Sieger, Pfarrer Eckhard Teismann vom ‚Arbeitskreis Tansania’ im Kirchenkreis Vlotho sowie den beratenden Fachleuten Kantorin Han Kyoung Park-Oelert, Pfarrerin Joy de la Cruz und Dr. Deonal Sinaga das Projekt organisiert. Mit Menschen, die viele verschiedene Sprachen sprechen, gemeinsam Lieder zu singen, war eine besondere Herausforderung für den musikalischen Leiter, Kantor Harald Sieger: „Wir haben uns auf Englisch verständigt - das war manchmal nicht ganz einfach. Aber alle waren neugierig und wollten zusammen singen. Es war eine unglaubliche Horizonterweiterung – kulturell wie menschlich“. Und so stimmt die Gemeinde auf Deutsch in das indonesische Lied „Wo Jesus wirkt, sind wir alle vereint“ ein, während der Chor es in der Landesprache intonierte. Der Wunsch nach einem friedlichen Miteinander fand auch im letzten gemeinsam gesungenen „Verleih uns Frieden gnädiglich“ Ausdruck, und wurde mit stehenden Ovationen, Jubel und geforderter Zugabe gekrönt. Es war die kulturelle Vielfalt, die dieses Konzert zu einem einzigartigen Erlebnis für alle Beteiligten und deren Zuhörer machte. Und so bleibt nur zu hoffen, dass dieser geniale Austausch eine Fortsetzung findet. |