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Orgelmusik - vorwiegend heiter und virtuos Drucken E-Mail
Montag, 30. August 2010
Johannes Geßner verabschiedete sich mit brillantem Konzert
Sto/Bad Oeynhausen. Wie heiter, unterhaltend und spannend Orgelmusik sein kann, das zeigte Johannes Geßner bei seinem Konzert an der Schuke-Orgel der St.-Laurentius-Kirche in Rehme.

Der junge Organist, der an der Hochschule für Kirchenmusik vor kurzem sein Studium mit dem A-Examen abgeschlossen hat, führte die Hörer jenseits ausgetretener Pfade zu außergewöhnlichen Hörerfahrungen. Klassisch allerdings die Eröffnung mit Johann Sebastian Bachs Triosonate Nr. 6 G-Dur BWV 530. Das dreisätzige Werk mit dem herrlichen liedhaften Thema im Mittelsatz geriet dem jungen Künstler wunderbar durchsichtig und transparent in der Darstellung der drei unabhängig voneinander geführten Stimmen.

Im Folgenden wandte sich Johannes Geßner spätromantischen Komponisten zu, deren Werke er in raffiniert gearbeiteten Arrangements für die Orgel präsentierte. Neben Auszügen aus Jean Sibelius „Karelia“-Suite, deren abschließendes klanglich bravourös gesteigertes „alla marcia“ alle Zuhörer begeisterte, war dies auch die reizende „Villanella“ von John Ireland. Dann kamen mit Naji Hakum und Pietro Yon auch zeitgenössische Komponisten aus der ersten und zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu Wort. Die „Ouvertüre Libanaise“ von Hakim stand dabei mit ihrer packenden Mischung aus libanesischen Volksweisen, orientalisch beeinflussten Skalen und Rhythmen sowie Anklängen an die libanesische Nationalhymne in lebhaftem Gegensatz zu der Humoresque „L’Organo Primitivo“ von Pietro Yon. Deren Flötenklänge entzückten und verzauberten das Publikum ebenso wie die beiden abschließenden Stücke „Pulse of Life“ von Mons Leidvin Takle und dessen Bearbeitung von Oscar Petersons „Hymn to Freedom“. Sowohl die von der „Minimal Music“ beeinflusste Komposition Takles als auch das Jazz-Arrangement zeigten, welche großartigen klanglichen Möglichkeiten sogar ein mit seinen 21 Registern vergleichsweise kleines Instrument bietet. Voraussetzung ist natürlich, dass es von einem so kundigen Interpreten wie Johannes Geßner gespielt wird, der in den fünf Jahren seiner Tätigkeit als Kirchenmusiker in Rehme das Instrument auch gut kennenlernen konnte.

Der Beifall des zahlreichen Publikums war herzlich und groß. Mit der Wehmut über den Abschied des jungen und hochbegabten Künstlers verbindet sich die Hoffnung, ihn gelegentlich in der Region wieder hören zu können. Als Zugabe und Dank für den reichlichen Beifall erklang schließlich noch die „Toccata alla Rumba“ des Hamburger Komponisten Andreas Willscher.


Siehe auch:

  1. So feiert die Welt Weihnachten
  2. Der Messias
  3. Stimmungsvolle Klänge
  4. Geniales Hörerlebnis
  5. Mozarts „Requiem“ am Ewigkeitssonntag
  6. Von Reiseerlebnissen und Boogie-Fugen
  7. Festliches Konzert in der Auferstehungskirche
  8. Romantische Klangwelten
  9. Von der Liebe und den Elementargewalten
  10. Viel Gespür für das Mysterium der Passion
 
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