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Afrika im Blick |
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Samstag, 12. Juni 2010 |
Kreissynode Vlotho tagte mit Gästen aus Tansania Segen für den Bürgermeister RL/Bad Oeynhausen. „Gott segne dich!“ So persönlich bekam Bürgermeister Klaus Mueller-Zahlmann den Segen von dem afrikanischen Theologen Issai Martin Mweta zugesprochen, nachdem er die Grüße der Stadt Bad Oeynhausen zur Eröffnung der Synode des Kirchenkreises Vlotho überbracht hatte.
Mweta ist Pastor in Tansania und einer der vier Gäste aus dem Partnerkirchenkreis Tambarare. Er hatte auch schon vorher die Predigt im Eröffnungsgottesdienst in der Rehmer Laurentiuskirche gehalten. Die Afrikaner waren geladene Gäste auf der diesjährigen Sommersynode des Kirchenkreises Vlotho im Martin-Luther-Hof in Rehme und berichteten über die ganz andere Situation der Kirche in Afrika: Pastor Issai Martin Mweta berichtet aus Tansania Ein Pastor und fünf Gemeindehelfer betreuen dort 16 Gemeinden, die weit voneinander entfernt liegen. Viele der Orte sind nur mit geländegängigen Motorrädern in stundenlangen Fahrten durch unwegsame Landschaft zu erreichen. Die tansanische Kirche unterhält im Distrikt Tambarare mehrere Schulen, die mit Schulgeld für einzelne Kinder auch von den Gemeinden im Kirchenkreis Vlotho unterstützt werden. Trotz der großen Entfernungen halten die Gemeinden dort zusammen und immer mehr Menschen lassen sich taufen.
Die Kreissynode tagte im Rehmer Martin-Luther-Hof |
Die tansanischen Gäste halfen den 120 Teilnehmern der Kreissynode, den Blick auch über den Tellerrand zu richten. Roger Shehumu, ebenfalls Mitglied der Delegation, zeigte sich erfreut über die Lebendigkeit der kirchlichen Arbeit in Deutschland. Manchmal ginge in Afrika die Meinung um, in Deutschland beteiligten sich nur alte Menschen am kirchlichen Leben. Das habe er jetzt im Kirchenkreis Vlotho ganz anders erlebt. „Lebendige Vielfalt“, diese Formulierung ist auch Teil des neuen Mottos im Kirchenkreis Vlotho. Die Synode nahm den Leitspruch „Im Kirchenkreis Vlotho wächst lebendige Vielfalt auf gutem Grund“ einstimmig als Motto an. Aus diesem Satz, so Superintendent Andreas Huneke in seinem Bericht vor den Synodalen, solle die Konzeption des Kirchenkreises entwickelt werden: „Wie wird Vielfalt lebendig? Was hält uns zusammen und welche Arbeitsfelder sind in Zukunft besonders wichtig?“ Diese Fragen soll eine Arbeitsgruppe in den kommenden Monaten bearbeiten. Mit vier Änderungsvorschlägen zur Kirchenordnung, die im Zukunftsprozess der Evangelischen Kirche von Westfalen entwickelt wurden, mussten sich die Synodalen danach beschäftigen. Auf großen Widerstand war schon im Vorfeld der Versuch der westfälischen Kirchenleitung gestoßen, Kirchengemeinden und Kirchenkreisen mit Hilfe eines neuen Gesetzes die Leistungsfähigkeit absprechen zu können. Pfarrer Winfried Reuter aus Vlotho erläuterte die Entwürfe der Kirchenleitung aus Bielefeld und die kritische Haltung der hiesigen Gemeinden dazu: „Der Begriff der Leistungsfähigkeit ist kein biblischer Begriff“, so Reuter in seinen Ausführungen. Die Lebensfähigkeit eines Kirchenkreises hänge nicht von aufgesetzten Anforderungsprofilen ab, sondern Kirche und Gemeinde lebe davon, „dass Gott und nicht wir Menschen über die Leistungsfähigkeit urteilt und befindet.“ Nicht „das Abarbeiten von außen an uns herangetragener Qualitätsstandards“ schenke Zukunft, sondern das Vertrauen auf die von Gott ausreichend geschenkten Gaben und Fähigkeiten. Die Kreissynode lehnte daraufhin in großer Einigkeit die Änderungsvorschläge einstimmig ab. Am späteren Abend gab es noch Dankesworte und einen Blumenstrauß für Ingrid Grundmann aus Löhne, die nach 16jähriger Mitarbeit im Kreissynodalvorstand aus beruflichen Gründen ausscheidet. Superintendent Huneke bedauerte ihren Entschluss und dankte für ihre langjährige Mitarbeit. Ingrid Grundmann zieht sich nur aus den kreiskirchlichen Ämtern zurück. Sie bleibt der Kirchengemeinde Löhne-Mahnen als Presbyterin erhalten. Als ihre Nachfolgerin wählten die Synodalen Jutta Göbbert, ebenfalls aus Löhne-Mahnen. Die Herbsttagung der Kreissynode wird sich am 28. Oktober mit den Finanzen beschäftigen. Dann trifft man sich in Bad Oeynhausen auf der Lohe.
Siehe auch:
- Kreissynode tagte in Uffeln
- Mehr Teilhabe am Gemeindeleben
- Kleiner Platz bekommt einen Namen
- Tambarare-Straße in Vlotho
- „Bwana Yesu asifiwe!“
- Trauer in Tambarare
- Kreissynode verabschiedet Haushalt 2011
- »Kwaheri« heißt Auf Wiedersehen
- Besuch aus Afrika
- Vom Leben der Frauen in Tansania
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